Arbeit von super postition Collective.
Bild und Text können können als überlagernd erfahren werden.

Rubber Messiah/
Vom Meer und von den Winden
 


Text: Marcella Grünwald 
Bild: Tom Bachler
 

Dädalus, steh auf.
Dädalus, steig in den Wagen.
Der Weg, der vor dir liegt, ist weit.

Vertraue nicht der Küste. Die Straße schlängelt sich in der gleißenden Sonne gen Westen, doch lass dich nicht davon täuschen.
Am Rande lauert das Tosen und das Brüllen, da wartet der Abgrund.
Das Meer ist nicht dein Freund.

Vertraue nicht den Winden! Die lauen Lüfte sind faul und träge, sie sind nicht imstande, Blätter aufzuwirbeln oder Staub.
Der Wüstensand liegt unbewegt zwischen trockenem Gras und vergessenen Steinen.
Die Winde sind dir nicht von Nutzen.

Vertraue nicht dem Meer. Das Wasser ist zu tief, um den Grund zu erkennen und zu wild, um es mit einer Nussschale zu befahren.
Das ewige Blau starrt dir ins Gesicht und schreit deinen Namen. (Dein Zuhause ist ein Lügner und ein Gefängnis.)

Vertraue nicht deinem Weg. Der Pfad ist verschlungen, ein Irrweg ohne Faden, die Täuschung ohne Ende.
Die Straße unter deinen Füßen ist gepflastert mit Schädeln und Schlangen. Die Insel ist nicht dein Feind.
Dädalus, steh auf und zieh dir deine Flügel über.
Dädalus, steh auf und schaufle ein Grab.